Alle Schäfchen im Trockenen

Alle Schäfchen im Trockenen

Die Zentrale Raiffeisenwerbung lud vor dem Start der Skiweltcup-Saison zum traditionellen Pressegespräch mit Marcel Hirscher.

Von Alexander Blach

In der letzten Saison war Marcel Hirscher ganz hoch oben. Es war eine Saison der Superlative“, erinnert Leodegar Pruschak, Geschäftsführer der Zentralen Raiffeisenwerbung (ZRW), an den historischen siebten Gesamtweltcupsieg in Folge und die beiden Goldmedaillen bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang.
Mit der letzten Saison ist auch der Sponsorvertrag zwischen Raiffeisen und Hirscher ausgelaufen. Seitens Raiffeisen war man aber sehr bestrebt, die erfolgreiche Zusammenarbeit fortzusetzen, sagt Pruschak. Nach äußerst positiven Gesprächen habe man sich letztendlich auf eine Vertragsverlängerung um weitere zwei Jahre verständigt. Damit fährt Marcel Hirscher in der Saison 2018/2019 bereits das zehnte Jahr unter dem Giebelkreuz. „Wenn etwas so gut funktioniert, gibt es aus meiner Sicht auch keinen Grund, das nicht wieder fortzusetzen“, sagt Hirscher.
Der Skistar sei aber nicht nur wegen seiner großen sportlichen Erfolge so wertvoll für Raiffeisen, sondern auch wegen seines Persönlichkeitsprofils, betont Pruschak: „Laut einer Studie von Best2Trust ist Marcel Hirscher der vertrauenswürdigste und sympathischste österreichische Werbepartner – und damit ideal für uns bei Raiffeisen.“ Dass er auch abseits der Skipisten eine gute Figur macht, bewies er schon in mehreren Raiffeisen-Werbekampagnen. So auch als Hauptdarsteller beim aktuellen Schwerpunkt „Geldanlage“ auf dem Longboard. Nachdem vor kurzem die Dreharbeiten für einen weiteren Spot gemeinsam mit Hermann Maier abgeschlossen wurden, konzentriert sich Hirscher derzeit auf den Weltcupstart am 28. Oktober in Sölden.

(c) GEPA pictures/ Christian Walgram

„Das Rennen ist sehr zeitig im Jahr. Für uns Athleten ist es schwierig, da wirklich vorbereitet zu sein. Das Rennen verlangt uns alles ab und ist ein sehr knackiger Einstieg in den Weltcup“, sagt Hirscher. Die bisherige Vorbereitung auf den Rennwinter verlief dank hervorragender Bedingungen auf den heimischen Gletschern aber sehr erfolgreich. Zehn hochqualitative Trainingstage konnte er bereits auf Schnee absolvieren. „Wenn man so gute Bedingungen vorfindet, ist es nicht schwer, sich zu motivieren.“ Als Nächstes stehe der Vergleich mit seinen ÖSV-Teamkollegen auf dem Programm. Von der ausländischen Konkurrenz höre man „gerade zu dieser Jahreszeit wahnsinnig viele Geschichten“. Dank der langjährigen Erfahrung würde sich Hirscher davon aber nicht mehr verunsichern lassen.
Der Fokus für die kommende Saison liege vor allem darauf, Rennen zu gewinnen. Erst nach einer ersten Bestandsaufnahme könne man sagen, ob der nächste Gesamtweltcupsieg überhaupt greifbar ist. „Der Druck ist natürlich da. Wenn einer glaubt, er kann es besser, hat er immer die Möglichkeit es unter Beweis zu stellen. Ich habe meine Schäfchen schon im Trockenen, ich habe mir selbst und der Öffentlichkeit bewiesen, dass ich sehr gut Skifahren kann“, so Hirscher. Außerdem könne er die letzte Saison – die beste seiner Karriere – nicht mehr toppen. Ohne Olympische Spiele und trotz Weltmeisterschaft noch etwas draufzulegen, sei „fast ein Ding der Unmöglichkeit“. „Im Endeffekt kann ich nur verlieren. Das Risiko gehe ich aber ein. Es wäre auch verständlich, wenn ich mit meinen 29 Jahren nicht mehr jedes Rennen gewinnen kann. Das ist einfach der Wandel der Zeit“, sagt Hirscher.
Mit fortlaufender Dauer der Karriere hätten sich auch die Tage gehäuft, an denen er das Weitermachen hinterfragt. Andere Parameter werden größer, und das Rennfahren gerät immer mehr in den Hintergrund. Zurzeit überwiege aber noch das Positive, weshalb er auch wieder an den Start geht. Für die Zukunft sei aber gesagt: Der neue Zweijahresvertrag bedeute nicht, dass Hirscher auch die Saison 2019/2020 fix fährt, sondern, „dass die Zusammenarbeit mit Raiffeisen Fortbestand hat, egal ob mit oder ohne Skischuhe“.