Genossenschaft heute

Genossenschaften in Österreich

„eine unbekannte aber sympathische Organisationsform“
…so lautet das Résumé einer 2014 veröffentlichten Untersuchung zum Image der österreichischen Genossenschaften.[1]

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Sehr deutlich wird darin sichtbar, mit welchen Vorurteilen Genossenschaften behaftet sind. Viel bemerkenswerter ist jedoch die Tatsache, dass es bereits im Vorfeld viele Vorurteile über Vorurteile zu Genossenschaften gibt. Im Klartext: Für die breite Öffentlichkeit sind Genossenschaften weit weniger „antiquiert“ und „verstaubt“, als vielfach vermutet. Zwar gelten sie als „traditionell“ aber durchaus auch als „zeitgemäß“. So halten über die Hälfte der Befragten Genossenschaften grundsätzlich für „gut“. oder „sehr gut“.

Auffällig ist jedoch, dass große Anteile der Befragten die typischen Wesensmerkmale von Genossenschaften – etwa „Förderauftrag“, „Solidarität“, „Subsidiarität“, oder „Identitätsprinzip“  kaum bis überhaupt nicht kennen bzw. nicht mit Genossenschaft verbinden. Ebenso besteht – selbst unter Mitgliedern – große Unwissenheit darüber, was Mitgliedschaft konkret bedeutet, wie man sie erlangen kann und welche Rechte wie Pflichten mit ihr verbunden sind (Stichwort „Mitverantwortung“).

Nichtsdestotrotz Genossenschaften gelten als „sympathisch“ und haben gerade in den Jahren der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise wieder an Bedeutung gewonnen. Ihre regionale Verankerung in Kombination mit einem starken Verbund begründet hohes Vertrauen, aufgrund der geringen Insolvenzfälle gilt die genossenschaftliche Rechtsform nach wie vor als die sicherste in Österreich.

Hierzulande zählen zu den traditionellen Genossenschaften neben Kreditgenossenschaften und landwirtschaftlichen Genossenschaften auch Einkaufs-, Absatz oder Wohnbaugenossenschaften. Die Rechtsform der Genossenschaft eignet sich aber ebenso

  • für Jungunternehmer,
  • für kooperationswillige Unternehmen unabhängig von der Größe und vom Geschäftsmodell
  • für Bürger und Gemeinden zur Sicherstellung und Gestaltung örtlicher sowie regionaler Leistungen
  • für Dienstleister aller Art, insbesondere im Gesundheits- und Bildungswesen, in der Landwirtschaft, im Handel und Handwerk
  • sowie in den Bereichen Energie, Kultur und Soziales.

Auf Basis dieser generell positiven Grundhaltung zu Genossenschaften und der gleichzeitig vorhandenen Wissensdefizite wünscht die überwiegende Mehrheit der Befragten deutlich mehr Information und Berichterstattung zu genossenschaftlichen Themen.

Vor diesem Hintergrund hat der Österreichische Raiffeisenverband seine Genossenschafts-Initiative „Bewusst Raiffeisen“ gestartet, um die „Idee Raiffeisen“ noch deutlicher in der Gesellschaft von heute zu positionieren.

Kurzfilm „Die Idee Raiffeisen“ (Raiffeisentag 2014)

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Linktipps

[1] Dietmar Rößl/Isabella Hatak/Stefan Radakovics: Das Image von Genossenschaften in Österreich, Facultas Wien 2014, ISBN 978-3-7089-1154-0