Gamechanger Raiffeisen

Gamechanger Raiffeisen

Die Raiffeisen Regionalbank Gänserndorf feiert „200 Jahre Zukunft“ und setzt sich mit aktuellen Herausforderungen einer Genossenschaft auseinander.

Von Alexander Blach

Die Raiffeisen Regionalbank Gänserndorf beendete das Jahr 2017 mit einer Bilanzsumme von 623 Mio. Euro. Die Einlagen betrugen 554 Mio. Euro und die Finanzierungsleistung lag bei 367 Mio. Euro. Anlässlich der Generalversammlung lud die Bank nun zum Raiffeisen-Empfang in die Stadthalle Gänserndorf. Der Abend stand voll und ganz im Zeichen des Jubiläumsjahres „200 Jahre Friedrich Wilhelm Raiffeisen“.
„Heute würde man so einen Menschen Gamechanger nennen. Er ist mit seinen Brotvereinen zum Vater des Genossenschaftswesens geworden“, sagt Geschäftsleiter Josef Buchleitner. Das Besondere an Raiffeisens Denken sei, anstatt des persönlichen Vorteils den Nutzen für die Gemeinschaft in den Vordergrund zu stellen. „Es geht nicht darum, eine Gedenkveranstaltung abzuhalten, sondern uns gemeinsam mit den zentralen Gedanken Raiffeisens unter dem Motto ‚200 Jahre Zukunft’ auseinanderzusetzen“, betont Buchleitner.

Alois Naimer, Moderatorin Barbara Aigner, Johannes Leitner, Petra Walter, Stephan Pernkopf, Josef Buchleitner, Wolfgang Motsch und Günther Harold (c) RRB Gänserndorf

Als Impulse für die Expertengespräche wurden prägende Ereignisse aus Friedrich Wilhelm Raiffeisens Leben szenisch dargestellt. So sprach Johannes Leitner, Geschäftsführer des Raiffeisen Revisionsverbandes NÖ-Wien, über die Bedeutung der verpflichtenden Kontrolle einer Genossenschaft. Revisoren sollen klarerweise sachverständig, unbestechlich und unbefangen sein, aber auch die Fähigkeit haben, so zu kommunizieren, dass jeder es verstehen kann, erklärt Leitner. Obwohl es die Aufgabe der Revision ist, die Einhaltung bestimmter Regeln zu prüfen, steht Leitner „überschießenden Regeln“ kritisch gegenüber: „Es macht keinen Spaß an etwas zu arbeiten, das keinen Sinn hat.“ Für Landeshauptfrau-Stv. Stephan Pernkopf dienen Regeln der Verlässlichkeit, es dürften aber nicht dieselben Regeln für Regionalbanken und internationale Großbanken gelten. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen.
Wie zu Raiffeisens Zeit die Industrialisierung bringt heute die Digitalisierung neue Veränderungen und Herausforderungen. „Vor allem die Breite und das Tempo dieser Veränderungen ist für unsere Gesellschaft neu – teilweise bedrohlich und schwer damit umzugehen. Veränderungen bringen aber auch Fortschritt und Weiterentwicklung“, ist Petra Walter, Marketing-Leiterin der Raiff­eisenlandesbank NÖ-Wien, überzeugt. Natürlich habe die Digitalisierung auch ihre Schattenseiten: „Wir können das Ausmaß dieser Veränderung einfach noch nicht erfassen. Die Ungewissheit, die die Digitalisierung mit sich bringt, lässt sie dementsprechend bedrohlich wirken. Wir müssen einfach lernen damit umzugehen“, so Walter. Dazu brauche es „Hausverstand und gesunde Skepsis, aber auch viel Neugierde“.

Ehrung & Abschied
Im Rahmen der Veranstaltung wurde der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Wolfgang Motsch verabschiedet. Die Geschäftsleiter Josef Buchleitner und Günther Harold sowie Obmann Alois Naimer bedankten sich für seinen Einsatz rund um die Genossenschaftsbank. Von der RLB NÖ-Wien wurde ihm das Raiffeisen-Ehrenzeichen in Bronze verliehen. Werner Borns wird ihm als Aufsichtsratsvorsitzender nachfolgen. Geehrt wurde auch Mitarbeiterin Andrea Krejca für ihr 25-jähriges Dienstjubiläum.

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