Gewinne in allen Märkten

Gewinne in allen Märkten

Die RBI hat ihr Konzernergebnis nach drei Quartalen dank gesunkener Risikokosten um knapp 30 Prozent gesteigert. Der Ausblick bleibt unverändert.

Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) hat in den ersten neun Monaten 2018 gut verdient und setzt ihren soliden Wachstumskurs fort. Das Konzernergebnis legte im Vergleich zur Vorjahresperiode um 29 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro zu. Das operative Geschäft läuft gut und führte zu einem Plus bei den Betriebserträgen von knapp 5 Prozent auf rund 4 Mrd. Euro. Der Anteil fauler Kredite (NLP-Quote) ist von 5,7 auf 4,4 Prozent zurückgegangen. Die Risikokosten seien durch Auflösungen von Kreditrisikovorsorgen gefallen.

Das harte Kernkapital ist unter Berücksichtigung des bisherigen Ergebnisses von 12,7 auf 12,8 Prozent leicht gestiegen und soll im vierten Quartal durch den Verkauf des Polen-Geschäfts um 0,85 Prozentpunkte weiter zulegen. Die Bilanzsumme hat sich von 135 Mrd. Euro Ende 2017 auf 146 Mrd. Euro Ende September 2018 erhöht.

„Ich bin mit dem Ergebnis der ersten neun Monate zufrieden.“ – Johann Strobl (c) RZ/Sabine Klimpt

Alle Märkte in CEE schreiben Gewinne, auch das Geschäft in Österreich läuft für die RBI gut. „Ich bin mit dem Ergebnis der ersten neun Monate zufrieden. Haupttreiber für das sehr gute Ergebnis ist die Entwicklung der Risikokosten. Die Entwicklung der Erträge ist ebenso erfreulich. Wir konnten in einem nach wie vor sehr schwierigen Zinsumfeld unser Zinsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent verbessern“, sagte Johann Strobl, Vorstandsvorsitzender der RBI.

Auch die Russland-Tochter hat die Gewinne wieder gesteigert. Bis September steuerte das Russlandgeschäft 368 Mio. Euro (Vorjahr: 357 Mio. Euro) Nettogewinn bei.

Die Verwaltungsaufwendungen erhöhten sich im Jahresvergleich geringfügig um 16 Mio. auf 2,23 Mrd. Euro. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich um 2,2 Prozentpunkte auf 55,7 Prozent. „Wir sind gut in das vierte Quartal gestartet und haben mit dem Verkauf des Kernbankgeschäfts der Raiff­eisen Bank Polska ein wichtiges Projekt erfolgreich abgeschlossen“, so Strobl.

Bei den Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte (Risikokosten) kam es in der Berichtsperiode zu einer Nettoauflösung von 56 Mio. Euro, nachdem in der Vergleichsperiode des Vorjahres Wertminderungen von 191 Mio. Euro erforderlich gewesen waren. Treiber dieser positiven Entwicklung waren Zuflüsse und Sanierungserfolge in Höhe von 416 Mio. Euro dank des guten makroökonomischen Umfelds.

„Bei der Entwicklung der Risikokosten profitieren wir von der sehr guten Konjunktur und von unserer auf Werterhaltung ausgelegten Sanierungsstrategie betreffend notleidende Kredite“, so Strobl. Bei den Kreditwertberichtigungen gab es heuer im Jahresvergleich die größten Erleichterungen in der RBI AG (gleich um 142 Mio. Euro), in Rumänien (54 Mio. Euro), Kroatien (43 Mio. Euro), Polen (26 Mio. Euro) und in Russland (19 Millionen).

Unter Berücksichtigung des Auslaufens der Übergangsbestimmungen ergibt sich eine Common Equity Tier 1 Ratio von 12,3 Prozent (keine Effekte), eine Tier 1 Ratio von 13,8 Prozent und eine Eigenmittelquote von 17,0 Prozent (bedingt durch regulatorisch nicht mehr anrechenbares Tier 1 Kapital). Inklusive berücksichtigungsfähigem Zwischengewinn aus dem dritten Quartal wären diese Kapitalquoten jeweils um ca. 45 Basispunkte höher.

Im dritten Quartal stieg der Zinsüberschuss um 3 Prozent auf 856 Mio. Euro, die Nettozinsspanne nahm um 3 Basispunkte auf 2,51 Prozent zu. Mit 734 Mio. Euro lagen die Verwaltungsaufwendungen im dritten Quartal 2018 um 20 Millionen unter dem Wert des Vorquartals.

Die Risikokosten beliefen sich im Berichtsquartal auf
28 Mio. Euro, im Vorquartal hingegen waren netto keine Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte angefallen. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 60 auf 417 Mio. Euro, nachdem der im zweiten Quartal verbuchte voraussichtliche Verlust aus dem Verkauf des Kernbankgeschäfts der Raiffeisen Bank Polska das Konzernergebnis mit 121 Mio. Euro belastet hatte.

Die RBI geht für die nächsten Jahre von einem durchschnittlichen Kreditwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Für 2018 erwartet sie, dass die Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte (Risikokosten) unter dem Niveau von 2017 liegen werden. Die NPL Ratio soll mittelfristig weiter sinken.

Die Bank strebt mittelfristig eine Cost/Income Ratio von unter 55 Prozent an. Sie arbeitet in den nächsten Jahren auf einen Konzern-Return-on-Equity von etwa 11 Prozent hin. Mittelfristig strebt die RBI eine CET1 Ratio nach Dividende von rund 13 Prozent an. Basierend auf dieser Zielquote bestätigte die RBI eine Dividendenausschüttung in Höhe von 20 bis 50 Prozent des Konzernergebnisses.

Zur erwartbaren Dividende für das zu Ende gehende Jahr 2018 äußerte sich die Bank zunächst nicht. Im Oktober hat der Vorstand aber angekündigt, die Aktionäre zumindest mit einer Ausschüttung auf Vorjahresniveau bedienen zu wollen. Für 2017 hatte die RBI 204 Millionen Euro oder 62 Cent je Aktie als Dividende ausgeschüttet.

 

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