Green Deal – ÖRV sieht Chancen für Raiffeisen

OTS0030 5 WI 0493 RAV0001 II Fr, 20. Dez 2019
EU / Umwelt / Klima / Raiffeisen

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Pangl: „Genossenschaften haben Nachhaltigkeit in ihrer DNA“

Wien (OTS) – Eine erste Bewertung von Experten des Österreichischen Raiffeisenverbandes (ÖRV) zeigt, dass die im sogenannten „Green Deal“ enthaltenen Vorschläge der EU-Kommission für eine Umschichtung der Investitionen in Forschung, Wissenschaft und Innovation die europäische Wirtschaft zum Vorreiter für „grüne“ Technologien und Geschäftsmodelle machen können. Dazu sind jedoch Planungssicherheit und Investitionsanreize erforderlich. „Das Klima wird nicht durch Verbote und Überregulierung gerettet, sondern durch neue ‚grüne’ Technologien. Hier kann sich Europa als Vorreiter sogar eine Wachstumschance sichern“, unterstreicht dazu ÖRV-Generalsekretär Andreas Pangl. „Genossenschaften haben Nachhaltigkeit in ihrer DNA. Daher liegen im Green Deal durchaus auch Chancen für Raiffeisen, wenngleich jedenfalls Planungs- und Rechtssicherheit gegeben sein müssen“, betont Pangl.

Für Josef Plank, Leiter der Abteilung „Wirtschafts-, Agrar- und Europafragen“ im ÖRV, ist der Green Deal „ein sehr engagierter ganzheitlicher Ansatz entsprechend der großen Herausforderungen“. Es bestehe damit die Chance, dass Europa nachhaltiges Wirtschaften selbst definiere und nicht wieder hinter anderen nachhinke. Fest stehe aber auch, dass damit ganze Sektoren aufgrund der höheren Transparenz, steigender Auflagen und zunehmender Bürokratie unter Druck kommen werden, merkt Plank durchaus kritisch an.

Im Agrarbereich gilt es die Chancen nachhaltiger und regionaler Land- und Forstwirtschaft zu nutzen. Es sind mehr Klimaschutz, Bodenschutz, die Reduktion von chemischen Pflanzenschutzmitteln und mehr Biodiversität zu erwarten. Die neue Strategie „Vom Hof auf den Tisch“ soll die gesamte Produktions- und Vermarktungskette umfassen, wobei die Stellung der Landwirtschaft in der Wertschöpfungskette ein wichtiges Thema ist. „Der Ansatz, die darin liegende Chance einer modernen, ressourceneffizienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft sowie einer fairen, wohlhabenden Gesellschaft in Europa zum zentralen Thema zu machen, ist enorm wichtig“, unterstreicht Plank. Daher stellen der rasche Ausbau erneuerbarer Energie und einer intelligenten Infrastruktur große Investitionspotenziale dar, so Plank.

Auch Johannes Rehulka, Geschäftsführer des Fachverbandes der Raiffeisenbanken, sieht die Vorschläge der EU-Kommission in erster Linie als Chance, die europäischen Unternehmen zu Vorreitern für grüne Technologien und Geschäftsmodelle zu machen. Eine derart umfassende Umgestaltung der gesamten europäischen Wirtschaft könne aber nur durch eine gemeinsame Kraftanstrengung der öffentlichen Hand, der Wirtschaft und der Finanzbranche gelingen, so Rehulka. Um diese Investitionsvolumina zu erhalten, seien daher dringend Investitionsanreize, marktfähige grüne Produkte und Geschäftsmodelle, die durch Investitionen in Forschung, Wissenschaft und Innovation geschaffen werden können, nötig.

Für Banken könnten Eigenkapitalreduktionen bei der Vergabe grüner Kredite angedacht werden. Darüber hinaus werden Finanzierungen über den Kapitalmarkt und Beteiligungskapital (Venture Capital) von immenser Bedeutung für die Entwicklung grüner Geschäftsmodelle darstellen. Hier werde es dringend erforderlich sein, Banken oder anderen Investoren keine Steine in den Weg zu legen. Daher sollte die EU auch darauf achten, dass die Eigenkapitalunterlegung für Unternehmensbeteiligungen nicht erhöht werde, wie in Basel IV vorgesehen, unterstreicht Rehulka.

„Trotz des grünen Gebots der Stunde muss aber darauf geachtet werden, dass keine übermäßige Bürokratie auf kleine Genossenschaftsbanken und kleine und mittlere Betriebe zukommt“, warnt Rehulka davor, dass Banken bei der Finanzierung dieser Investitionen unangemessen belastet werden.

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Mag. Edith Unger
Österreichischer Raiffeisenverband
Tel.: 01/90664-2580
Email: edith.unger@oerv.raiffeisen.at

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