Kärntner Powerplay

Kärntner Powerplay

„Let’s get ready to rumble“, hieß es, als die besten Raiffeisenbanken mit dem Kärntner Vertriebsaward im Casineum Velden ausgezeichnet wurden.

Von Alexander Blach

Unter dem Motto „Hockey Night“ wurden die Vertriebserfolge des vergangenen Jahres gefeiert. Die Kärntner Raiffeisenbanken haben sehr viel Einsatz und Ambition gezeigt, viele Tore gemacht, aber auch den einen oder anderen Bodycheck weggesteckt, bilanziert Georg Messner, Vorstandsdirektor der Raiffeisen Landesbank Kärnten, ganz in Hockey-Manier. „Wir sind vertrieblich sehr gut unterwegs gewesen. Im Vergleich zu anderen Bundesländern haben wir aufholen können. Damit können wir wirklich zufrieden sein“, so der Vertriebskapitän stolz.
Als Grundlage gelten die 2016 definierten strategischen Vertriebsziele: Konto, Elba, Finanzierung und Wertpapiere. Bis 2020 möchte man in allen vier Bereichen nachhaltig wachsen. Bei den Konten war 2017 eine Steigerung von 1,5 Prozent vorgesehen – erreicht wurde ein Plus von einem Prozent. „Wir sind hier auf einem guten und richtigen Weg“, sagt Messner. Die Top 5-Banken hätten „ein unglaubliches Wachstum“ von 4 Prozent hingelegt. „Da sieht man, es geht noch was!“
Auch der vorgenommene Bestandsaufbau an Elba-Kunden wurde knapp erreicht: „Wir haben uns ein wirklich aggressives Ziel von 10.750 neuen Kunden gesetzt und über 9.500 geschafft.“ Die besten Banken verzeichnen bei den Online-Bankern einen Zuwachs von etwa 15 Prozent.
Die Zielsetzung bei den Finanzierungen sei „sehr sportlich“ gewesen. „Vier Prozent Wachstum war etwas hochgegriffen“, räumt Messner ein. Dennoch gehe auch hier mit 2,3 Prozent plus die Tendenz nach oben. „Wir haben aber Banken, die in diesem Bereich um 12 Prozent wachsen“, unterstreicht der Vorstandsdirektor.
Im Wertpapiergeschäft lag die Latte bei plus 5 Prozent Durchdringung: „Die haben wir mit 5,2 Prozent lässig übersprungen.“ Vereinzelte Banken haben Spitzenwerte von 13 Prozent erreichen können. „Eine großartige Leistung in der Vertriebsarbeit“, lobt Messner.
Wie wichtig Teamarbeit ist, wie das Zusammenspiel klappen kann und man Herausforderungen, gerade in Zeiten des Umbruches, am besten gemeinsam meistert, wurde auch mit den Gästen des Abends, Dieter Kalt, KAC Head of Hockey Operations, und Hans Winkler, VSV-Nachwuchsleiter, diskutiert. „Veränderung ist meistens mit ein paar schmerzlichen Entscheidungen verbunden. Ganz wichtig ist die richtige Auswahl der Leute und wie die verschiedenen Rollen besetzt werden“, weiß Kalt. „Um erfolgreich zu sein, braucht es Spezialisten in jedem Bereich“, empfiehlt Winkler. Letztlich aber war man sich einig: „Erfolg braucht Veränderung“ – und die gilt es nicht zu verhindern, sondern aktiv mitzugestalten.

Die Erstplatzierten mit den RLB-Vorständen Georg Messner, Gert Spanz und Peter Gauper sowie Marketing- und Vertriebschefin Manuela Glaser (c) RLB Kärnten

Mannschaft des Jahres

Erstmals wurden für den Vertriebsaward 2017 nicht die Produktnutzungsquote, sondern die vier Vertriebsziele zur Bewertung herangezogen, erklärt Marketing- und Vertriebschefin Manuela Glaser. Zudem traten alle 42 Banken zum ersten Mal gegeneinander an, anstatt in entsprechenden Größenkategorien unterteilt zu werden. Neben einem Pokal, Ruhm und Ehre wurden in Summe rund 32.000 Euro an die Siegerbanken vergeben.
In der Kategorie Konto schaffte es die RB Völkermarkt vor der RB Drautal und der RB Rosental auf Platz eins. Die beste Performance in der Kategorie Elba lieferte die RB Radenthein-Bad Kleinkirchheim gefolgt von der RB Millstättersee und der RB Brückl-Eberstein-Klein St. Paul. Den ersten Platz in der Kategorie Finanzierung holte sich die RB Rosental. Platz zwei ging an die RB Grafenstein-Magdalensberg, Platz drei an die RB Finkenstein-Faakersee. Die Kategorie Wertpapiere sicherte sich die RB Mittleres Mölltal – dahinter die RB Oberdrauburg und erneut die RB Rosental.
In der Gesamtwertung, wo alle vier Kategorien gesamthaft bewertet wurden, ging der Titel „Mannschaft des Jahres“ an die RB Rosental. Platz zwei erreichte die RB Grafenstein-Magdalensberg gefolgt von der RB Oberes Mölltal.
Der Erfolg sei ohne ein engagiertes Team nicht möglich gewesen, bedankten sich der Geschäftsleiter der RB Rosental, Gerhard Gradenegger und Ruth Schellander. „Eben nicht nur der Vertrieb holt den Sieg, es geht um die Zusammenarbeit der ganzen Mannschaft“, betont auch Manuela Glaser.

Digitaler Fokus

2018 werde die „Digitale Regionalbank“ und die damit verbundenen Entwicklungen noch weiter in den Fokus gerückt, verspricht Georg Messner. „Letztes Jahr war noch die Aufwärmrunde, heuer wird es richtig spannend.“ Eine neue, stark vertriebsorientierte Raiffeisen-Homepage wird mit September kommen. Schon davor soll ein Online-Shop eingerichtet werden, wo Kunden verschiedene Produkte abschließen können, ohne in die Bankstelle kommen zu müssen.
Im vierten Quartal möchten die Kärntner Raiffeisenbanken mit dem Kundenkontaktcenter ihren Kunden noch mehr Service bieten. „Wir haben einen Partner in Oberösterreich gefunden, mit dem wir für unsere Kunden noch besser erreichbar sein werden“, erklärt Messner. Die Kundenberater sollen so von kleineren, zeitaufwendigen Arbeiten befreit werden, um mehr Zeit für die Beratung zu haben – gestützt von einem neuen Beratungsprogramm namens „Beratung NEU“. Trotz Digitalisierung gehe der Kontakt zum Kunden nicht verloren: „Persönliche Beziehungen sind uns in die Gene geschrieben. Da besteht keine Gefahr“, versichert Messner.
Um die Raiffeisen-Mitarbeiter entsprechend auf die „Digitale Regionalbank“ vorzubereiten, wird ein eigenes Informationsportal angeboten. Mit einem Online-Führerschein kann der Umgang mit den digitalen Angeboten erlernt werden. „Wir möchten aber auch jede Raiffeisenbank mit einer Roadshow besuchen, um das Programm auch persönlich vorzustellen“, sagt Messner.
Für das Vertriebsjahr 2018 ist der Vorstandsdirektor äußerst positiv gestimmt: „So einen guten Rückenwind, wie jetzt, haben wir lange nicht gehabt. Man bekommt eine Gänsehaut, wenn man sieht, wie positiv die Kunden uns bewerten und einschätzen.“ Auch vom 200. Geburtstag Friedrich Wilhelm Raiffeisens erwartet sich Messner Rückenwind für die in Kärnten vorhandene Aufbruch-Stimmung: „Das sollte uns Mut geben und Stolz vermitteln, wie gut das genossenschaftliche Bankwesen funktioniert. Was wir alles leisten für die Regionen, wie viele zufriedene Kunden wir haben. Das muss uns bewusst sein. Ansonsten heißt es nur: Powerplay!“

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