Mensch-Maschine

Mensch-Maschine

Der Netzwerkabend der RLB OÖ ging richtig unter die Haut – inklusive einer Transformation vom Firmenkundenberater zum Cyborg.

Von Alexander Blach

Der Sechs-Millionen-Dollar-Mann, Inspector Gadget, RoboCop, Ironman oder der Terminator – die Filmindustrie scheint begeistert von der Idee zu sein, Mensch und Maschine zu fusionieren. „In den Blockbustern sind es meistens die ganz guten oder die ganz bösen, aber nie die normalen Menschen“, sagt Patrick Kramer, Experte für digitale und biologische Transformation sowie Geschäftsführer bzw. Chief Cyborg Officer der Plattform „Digiwell – Upgrading Humans!“. Was früher noch Science Fiction war, ist aber mittlerweile Realität: „Cyborgs leben schon unter uns.“ Er verweist dabei auf Hörgeräte, Herzschrittmacher oder Insulinpumpen, genauso wie Prothesen oder die Spirale für die Frau. Der Mensch habe schon immer versucht sich weiterzuentwickeln und sich mithilfe der Technik zu verbessern.

Linzer Bürgermeister Klaus Luger, Heinrich Schaller, Patrick Kramer, RLB-OÖ Generaldirektor-Stv. Michaela Keplinger-Mittelrehenr und Landeshauptmann Thomas Stelzer (c) RLB OÖ/Strobl

„Wir sind zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte in der Lage, dass Technologie es ermöglicht, dass der Blinde wieder sehen, der Taube wieder hören oder der Lahme wieder gehen kann.“ Neben notwendigen medizinischen Implantaten, die dazu dienen, den Körper in seiner normalen Funktion zu erhalten, gehen die sogenannten Biohacker einen Schritt weiter, wie Kramer den Gästen des ersten Netzwerk­abends der Wirtschaft im Linzer Musiktheater eindrücklich erklärt. „Biohacker sind Leute, die ihren Körper auseinandernehmen und schauen, wie sie ihn verbessern könnten.“ Sie versuchen die Funktionen des menschlichen Körpers zu erweitern. Der Brite Neil Harbisson kann mithilfe eines implantierten Sensors am Kopf Farben hören. Kompass-Implantate vibrieren, wenn man sich nach Norden ausrichtet. Andere lassen sich Magnete in die Fingerspitzen einsetzen. „Dabei geht es um die Sinneserweiterung, sich selbst zu verbessern und neue Erfahrungen zu sammeln“, weiß Kramer.
Viel verbreiteter seien aber Mikrochip-Implantate. „Der ganze Krimskrams, den wir in unseren Taschen herumschleppen, ließe sich digital ersetzen – Schlüssel, Ausweise, Visitenkarten, Informationen über Passwörter, Notfallinformationen wie Blutgruppe, Hinweise auf Allergien und so weiter.“ Kramer selbst hat mehrere Chips implantiert. Er öffnet damit seine Haustüre, entsperrt seinen PC und hat so sein Ehegelübde immer mit dabei.
Mit der zunehmenden Vernetzung – Stichwort Internet-of-Things – werden aber auch die Anwendungsmöglichkeiten von implantierten Mikrochips mehr: „Wir hatten vor ein oder zwei Jahren noch fünf Milliarden vernetzte Geräte, in eineinhalb Jahren werde es bereits 50 Milliarden sein und in fünf Jahren wird es weltweit 500 Milliarden vernetzte Geräte geben. Überall müssen wir uns dann entweder mit einem Schlüssel, einem Passwort oder einem PIN-Code identifizieren. Mikrochips sind eine weitere Möglichkeit, unser Leben einfacher zu machen“, ist der Experte überzeugt.
Roland Hechenberger, Firmenkundenbetreuer bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, war von den präsentierten Möglichkeiten so begeistert, dass er sich gleich vor Ort einen Mikrochip zwischen Daumen und Zeigefinger von Kramer einsetzen ließ. „Damit hat die RLB Oberösterreich jetzt ihren ersten Cyborg“, freut sich Kramer.
Beeindruckt von den Ausführungen zeigte sich auch RLB OÖ-Generaldirektor Heinrich Schaller, dem die Auswirkungen der Digitalisierung durchaus bewusst sind: „Der Wandel wird noch rascher und intensiver vonstattengehen. Wir haben als Bank auf der digitalen Schiene schon viel erreicht, wollen aber unseren Kunden noch mehr Vorteile bieten und sie noch besser mit uns vernetzen.“ Dazu werde derzeit an der Entwicklung einer Business-Plattform gearbeitet, die als digitaler Kommunikations- und Vertriebskanal neue Standards schaffen soll. Ausgewählte Funktionalitäten werden bereits ab Ende des dritten Quartals 2019 zur Verfügung stehen. Die Business-Plattform wird in weiterer Folge ständig erweitert und ausgebaut. „Wir wollen unseren Kunden die Möglichkeit geben, mit und in unserem Netzwerk erfolgreich zu sein“, so Schaller.

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