Naturnahe Stärke

Naturnahe Stärke

Salzburg startet bereits mit einem Nächtigungs-Plus in den heurigen Winter. Mit verschiedenen Maßnahmen will das Salzburgerland den touristischen Erfolg noch weiter stärken.

Von Eva-Maria Nagl

Das Tourismusjahr 2016/17 in Salzburg ist bisher erfolgreich verlaufen. Laut den aktuellen Zahlen von November 2016 bis August 2017 stehen bereits über 25 Millionen Nächtigungen zu Buche. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 1,3 Prozent. Auch wenn die Zahlen für September und Oktober noch ausstehen, deutet vieles darauf hin, dass das Rekordergebnis vom Vorjahr erneut übertroffen werden kann. „Unabhängig vom genauen Ergebnis ist es jedenfalls sehr erfreulich, dass sich der langfristige und saisonunabhängige Trend weiter fortsetzt. Besonders positiv ist die Entwicklung im Sommer. Sieht man sich die vergangenen zehn Sommersaisonen an, haben wir heute rund 30 Prozent mehr Nächtigungen und über 40 Prozent mehr Ankünfte“, betont Landeshauptmann Wilfried Haslauer anlässlich des touristischen Winterstarts in Salzburg.
Erfolgreiche touristische Produktmarken in den Nebensaisonen, Angebote rund um die Alpine Gesundheitsregion als auch die Spezialisierung auf den Kongress- und Tagungstourismus machten das Salzburgerland in den vergangenen Jahren zu einer attraktiven Ganzjahresdestination. Trotz der positiven Entwicklungen in den letzten Sommersaisonen ist der Winter nach wie vor die Jahreszeit mit der höchsten touristischen Frequenz. In den vergangenen zehn Wintern legten die Nächtigungen noch einmal um 13 Prozent und die Ankünfte um 25 Prozent zu.
„Die touristischen Regionen und die Seilbahnbetriebe sichern den modernsten Standard für Skifahrer und schaffen attraktive Angebote besonders für Jugendliche und Familien. Mit der Salzburg Super Ski Card können 2.750 Pistenkilometer erfahren werden – 85 Prozent davon sind technisch beschneibar, das ist auch international ein absoluter Top-Wert und stützt die immer wichtiger werdende Schneesicherheit. An aller-erster Stelle steht aber die herausragende Gastgeberqualität unserer Betriebe“, erklärt Leo Bauernberger, Geschäftsführer der Salzburgerland Tourismus GmbH (SLTG), die Erfolgsfaktoren des Wintertourismus.

(c) SalzburgerLand Tourismus

Internationale Entwicklungen
Die Vorfreude auf den kommenden Winter ist also groß. Zusätzlich verstärkt wird sie durch die positive Entwicklung in vielen internationalen Märkten, trotz „Brexit“ etwa auch in Großbritannien, wo die SLTG nun eine Marktoffensive startet. Nach einem Einbruch infolge der Finanzkrise kommen seit drei Jahren wieder mehr Briten als Winterurlauber nach Salzburg. Damit diese Entwicklung weiterhin so positiv bleibt, wurde Großbritannien nach einer ausführlichen Marktanalyse als Markt mit besonderer Relevanz bestimmt. Für die nächsten drei Jahre wird rund eine Million Euro für den britischen Markt abgestellt – wobei etwa ein Drittel aus einem Sonderbudget des Landes Salzburg kommt.
Die generelle Entwicklung in Salzburg zeigt, dass fremdsprachige Märkte in Europa im Aufwind sind. Während die beiden wichtigsten Märkte Deutschland (38 Prozent Anteil an den Gesamtnächtigungen im Winter) und Österreich (22 Prozent) auf einem sehr hohen Niveau konstant sind, verzeichneten die Niederlande und Belgien in den vergangenen zehn Wintersaisonen bei Nächtigungen und Ankünften ein Plus von über 10 Prozent, Tschechien einen Zuwachs über 20 Prozent, dänische Gästegruppen ein Plus von 3 Prozent und die Schweden zusätzliche 6 Prozent. Erfreuliche Nachrichten gibt es auch vom russischen Markt: Vergangenen Winter gab es erstmals wieder ein Plus bei den Nächtigungen. Marktexperten der Österreich Werbung und russische Reiseveranstalter sind sich einig, dass der positive Trend langfristig anhalten wird. Entsprechend dieser internationalen Entwicklungen wurde nun auch das Flugangebot nach Salzburg ausgeweitet.

Umweltbewusstsein ist gefragt
Ein Augenmerk wird auch auf die Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang gelegt. „Für das Salzburgerland sind die Olympischen Spiele eine optimale Gelegenheit, um sich auf einer großen internationalen Bühne zu präsentieren“, freut sich Leo Bauernberger. „Im Vordergrund des Auftritts steht unser ganzjähriges Urlaubsangebot und die außergewöhnliche Kombination aus Natur und Kultur, die bei den Südkoreanern hervorragende Akzeptanz findet.“
Dass Umweltbewusstsein mittlerweile bei vielen Gästen ein ausschlaggebendes Kriterium für die Buchung ist, weiß auch Erich Bergmüller, Geschäftsführer des Naturhotels Edelweiss in Wagrain-Kleinarl: „Ein naturbezogenes Angebot, hochwertige und naturbelassene Einrichtungsmaterialien, eine umweltfreundliche Energiegewinnung als auch eine regionale Küche sind zunehmend das, was sich Gäste wünschen. Daneben sind Gastfreundlichkeit und Persönlichkeit buchungsentscheidende Faktoren.“ Manuela Wolf, Geschäftsführerin der Wolf Hotels GmbH in Saalbach Hinterglemm, kann dies nur bestätigen: „Die persönliche Betreuung am Gast selbst ist besonders wichtig. Genau das geht international verloren, kann aber zu unserer Stärke werden und als Chance zur Speziali-
sierung dienen.“ Die Zusammenarbeit der landwirtschaftlichen Betriebe mit den Tourismusbetrieben der Region sei von besonderem Wert und werde in Zukunft immer wichtiger, ist Leo Bauernberger überzeugt. „Sie kann als einzigartige und naturnahe Stärke ausgebaut werden und uns auf dieser Ebene zur Premium Destination machen.“