Quattro Stagioni

Quattro Stagioni

In Langenlois trifft Zeitgenössisches auf barocke Oper und Wein auf die vier Jahreszeiten.  Zum Start der Loisiarte hat Intendant Christian Altenburger einige Fragen beantwortet.

Von Stefan Niederwieser

Wie streng wollen und können Sie das Konzept „Vier Tage, vier Himmelsrichtungen“ jedes Jahr einhalten?
Christian Altenburger: Das Konzept der Himmelsrichtungen ist nicht als strenges Korsett gedacht, sondern als etwas, das der viertägigen Loisiarte eine Art Grundstruktur geben soll. Außerdem wollen wir damit auch auf die Verbundenheit mit der Natur hinweisen, die ja beim Konzept des Loisiums eine große Rolle spielt – die Loisiarte wurde ja ganz speziell für das Loisium entwickelt.

(c) Nancy Horowitz

Welche Charakteristika schätzen Sie an den Aufführungssälen im Loisium?
Altenburger: Wir spielen ja bei fast allen Konzerten sowohl in der sogenannten Basilika – die ein Teil der Kellerwelt unter dem Loisium ist – als auch im Besucherzentrum des Loisiums. Die Akustik ist in den beiden Räumen sehr unterschiedlich. In der Basilika ist der Klang sehr klar und transparent, im Besucherzentrum ist der Klang runder und es gibt etwas mehr Hall. Diese verschiedenen Klangerlebnisse schätzt unser Publikum sehr.

Was muss ich tun, wenn mein Kind bei der Zauberflöte mitspielen will?
Altenburger: Eine Karte kaufen und zum Konzert kommen – alles Weitere ergibt sich bei der Aufführung!

Wie gut wird Neue Musik mittlerweile im Loisium angenommen? Kurtág ist auch in Wien nicht ganz leicht zu vermitteln 
Altenburger: Unser Publikum bei der Loisiarte besteht aus Leuten, die ganz speziell wegen des ungewöhnlichen Programms und Programmkonzepts nach Langenlois kommen und daher auch wissen bzw. sogar erwarten, dass zeitgenössische Musik ein wichtiger Bestandteil jedes Konzertprogramms ist.

In einem älteren Interview wünschen Sie sich für das Loisiarte-Festival geschriebene Musik. Wie weit sind diese Pläne?
Altenburger: Wir hatten in den vergangenen Jahren drei Uraufführungen bei der Loisiarte: ein Klarinettenquartett von Helmut Schmidinger, ein Oboenquintett von Richard Dünser und im vergangenen Jahr ein Stück für Solovioline und Chor von unserem letzten Composer in Residence, Christoph Ehrenfellner. Diese Stücke wurden alle eigens für die Loisiarte geschrieben – ich hoffe, dass noch weitere Stücke dazukommen werden.

Wie viele Besucher kommen jedes Jahr? Und will man wachsen oder ist das Festival gut, so wie es ist?
Altenburger: Die Konzerträume im Loisium bieten Platz für circa 150 Personen und wir sind immer sehr gut besucht. Das Festival ist klein, aber sehr fein, und das möchten wir auf alle Fälle so beibehalten.

Wie war die Zeit ohne Stradivari?
Altenburger: Der Diebstahl meiner Geige liegt ja nun schon mehr als zehn Jahre zurück, aber ich erinnere mich, dass die zehn Tage zwischen dem Einbruch in meine Wohnung und dem Auffinden der Violine eine große Nervenprobe waren – zum Glück ist alles gut ausgegangen. stfn

Loisiarte, 15.–18. März im Loisium in Langenlois.