RLB Steiermark kauft restliche Hypo-Steiermark-Anteile

RLB Steiermark kauft restliche Hypo-Steiermark-Anteile

Dem Kaufvertrag über den 25-Prozent-Anteil müssen noch Landtag und Behörden zustimmen. RLB-Generaldirektor Martin Schaller erwartet für beide Banken Vorteile in Kernbereichen.

Die Raiffeisen-Landesbank (RLB) Steiermark kauft die beim Land Steiermark verbliebenen 25 Prozent an der Hypo Steiermark um 52 Mio. Euro und wird damit Alleineigentümer der Tochterbank. Die betreffenden Beschlüsse in der Steiermärkischen Landesregierung und im Aufsichtsrat der RLB Steiermark wurden – vorbehaltlich mehrerer gesetzlich vorgeschriebener Genehmigungen – bereits gefasst. Damit die Übernahme der Anteile rechtlich abgeschlossen werden kann, müssen noch der Steiermärkische Landtag, die Wettbewerbsbehörde und die Europäische Kommission den Kauf genehmigen. Das Closing wird voraussichtlich im ersten Quartal 2019 erfolgen.

Martin Schaller, Hermann Schützenhöfer, Michael Schickhofer und Universitätsprofessor
Bertl Romuald (c) Steiermark.at/Streibl

Mehr Effizienz
Für RLB-Generaldirektor Martin Schaller bringt die „vereinfachte Eigentümer-Struktur eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Dadurch ergeben sich für die RLB und Hypo Steiermark Vorteile in Kernbereichen wie der Liquiditäts- und Kapitalgestaltung, zudem sind wesentliche aufsichtsrechtliche Anforderungen künftig nur mehr einmal und somit effizienter zu erfüllen. Positive Effekte erwarten wir auch für die weiteren Investitionen, etwa in die Digitalisierung. Diese Win-win-Situation war aufgrund des konstruktiven Verhandlungsklimas mit dem Land Steiermark möglich.“ Für das Kundengeschäft ergeben sich aufgrund der neuen Eigentümerstruktur keine Änderungen, so der Generaldirektor. Mit der Transaktion wird ein längerfristiger Prozess sowohl für das Land Steiermark als auch die RLB Steiermark zu Ende gebracht. Bereits 1998 war die RLB Steiermark mit einem 49-Prozent-Anteil um umgerechnet 120 Mio. Euro bei der im Landeseigentum befindlichen Hypo Steiermark eingestiegen. 2002 stockte die RLB ihren Anteil auf 75 Prozent minus zwei Aktien um 80 Mio. Euro auf.
Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer bezeichnete den Verkauf als „Ergebnis vertrauensvoller Zusammenarbeit. Das Ergebnis, das wir präsentieren können, zeigt, dass wir als Zukunftspartnerschaft vertrauensvoll zum Wohle der Steirerinnen und Steirer zusammenarbeiten.“ Schützenhöfer dankte der RLB und Direktor Schaller für die harten, aber stets konstruktiven und fairen Verhandlungen. „Es gibt bei diesem Verkauf keinen Verlierer“, betonte der Landeshauptmann.
Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Schickhofer, für die Beteiligungen des Landes Steiermark verantwortlich, strich hervor, dass mit dem Verkauf der restlichen Anteile an der Hypo Steiermark diese auch weiterhin vollkommen in steirischer Hand bleibe. „Das ist keine Selbstverständlichkeit. Dadurch sichern wir die langjährige Partnerschaft mit vielen Hypo-Kunden auf die nächsten Jahrzehnte ab. Mit dem Verkaufserlös werden jedenfalls bestehende Schulden des Landes zurückgezahlt, um den steirischen Landeshaushalt weiter zu stabilisieren und für die Zukunft abzusichern. In Summe eine gute Lösung für alle Beteiligten.“

Zufriedenstellendes Hypo-Ergebnis
Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete die Landeshypothekenbank Steiermark ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) von rund 9,3 Mio. Euro. 2016 fiel das EGT aufgrund „der ergebniswirksamen Auflösung gebildeter Heta-Risikovorsorgen“ mit 39,9 Mio. Euro deutlich höher aus. „Die Ergebnissituation beider Geschäftsjahre ist damit nicht vergleichbar. Wir haben uns nun wieder auf realem, für eine Regionalbank unserer Größe zufriedenstellenden Niveau eingependelt“, kommentierte Hypo-Generaldirektor Martin Gölles das Ergebnis.
Die Bank setzt stark auf Immobilien-/Projektfinanzierung und Wohnbaugenossenschaften. Im Vorjahr wurde in diesen Geschäftsfeldern ein Ausleihungsvolumen von rund 1,12 Mrd. Euro erreicht, während die Gesamtausleihungen bei rund 2,5 Mrd. Euro lagen. Die Bilanzsumme erreichte 2017 ein Volumen von 3,4 Mrd. Euro, nach 3,9 Mrd. Euro im Jahr davor. Die Eigenmittelquote der Bank legte im Jahresabstand um 1,1 Prozentpunkte auf rund 13 Prozent zum Jahresultimo 2017 zu.
Die Landes-Hypothekenanstalt wurde 1930 gegründet, um den Bürgern günstige Langfrist-Kredite zugänglich zu machen. Ob der Name Hypo bestehen bleibt, sei offen. Die Marke habe sich bewährt, mit Änderungen müssen man vorsichtig sein, betonte Schaller. lov

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