Uniqa steigert Gewinn und Dividende

Uniqa steigert Gewinn und Dividende

CEO Andreas Brandstetter zieht positive Bilanz über das „solide“ Geschäftsjahr 2018 und stellt für heuer einen Richtungsentscheid für das „Überschusskapital“ in Aussicht.

Von Christian Lovrinovic

Die Versicherungsgruppe Uniqa legte 2018 bei den Versicherungsprämien, beim Ergebnis und bei der Kundenzahl zu. Die insgesamt verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung stiegen laut vorläufigen Zahlen leicht um 0,3 Prozent auf knapp 5,31 Mrd. Euro und die laufenden Prämien um 3,1 Prozent auf 5,2 Mrd. Euro. Unterm Strich verbesserte sich das Konzernergebnis um 41,6 Prozent auf 243,3 Mio. Euro. Darin enthalten ist auch ein Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der Casinos-Austria-Beteiligung in Höhe von 47,4 Mio. Euro. „2018 war in mehrfacher Hinsicht ein solides Jahr für uns“, betonte CEO Andreas Brandstetter bei der Bilanzpräsentation. Von dieser guten Entwicklung sollen auch die Aktionäre profitieren. Der Uniqa-Vorstand schlägt zum siebenten Mal in Folge eine Dividendenerhöhung vor – heuer um 2 Cent auf 53 Cent pro Aktie. Auch künftig will man an der progressiven Dividendenpolitik festhalten.

Andreas Brandstetter präsentiert Bilanz 2018Für 2019 erwartet der Versicherer, an dem die Raiffeisen Bank International mit 10,9 Prozent beteiligt ist, eine Fortsetzung des Wachstums und in Summe ein leicht steigendes Gesamtprämienvolumen. „Wir glauben, dass die Konjunktur in Österreich und Osteuropa noch sehr hoch ist, rechnen aber mit einer moderaten Abkühlung. Dabei wird Osteuropa wieder über den Wachstumsraten des übrigen Europas liegen“, ist Brandstetter überzeugt.

Im Vorjahr wuchs Uniqa vor allem in der Schaden- und Unfallversicherung mit einem Prämienplus von 5,1 Prozent auf 2,77 Mrd. Euro. In der Krankenversicherung gab es einen Zuwachs von 4,3 Prozent auf 1,09 Mrd. Euro, während das Leben-Geschäft erwartungsgemäß aufgrund des Rückzugs aus dem „margenschwachen Einmalerlag-Geschäft in Polen“ schrumpfte. Allerdings sei der Rückgang mit 10,1 Prozent auf 1,45 Mrd. Euro nicht so stark ausgefallen wie erwartet. Ein ähnliches Bild gab es im Vorjahr auch auf dem Heimmarkt Österreich, wo die Prämien in der Schaden- und Unfallversicherung um 5 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro und in der Krankenversicherung um 3 Prozent auf 1 Mrd. Euro zulegten. Der Rückgang in der Sparte Lebensversicherung fiel hierzulande mit 3,1 Prozent auf 1,02 Mrd. Euro geringer aus als auf Konzernebene.

Steigendes Vertrauen

Einen spürbaren Rückenwind bekam der Versicherer im Vorjahr von der Kundenseite. Allein in Osteuropa wurden rund 640.000 neue Kunden netto dazu gewonnen – konzernweit waren es etwa 700.000. „Damit liegen wir jetzt jenseits der magischen 10-Millionen-Grenze“,  freut sich Brandstetter. In allen CEE-Ländern bis auf Rumänien, wo die Zahl um 40.000 gesunken ist, habe es Zugewinne gegeben. Doch nicht nur bei den Kundenzahlen gewinnt Uniqa International immer mehr an Terrain, sondern auch beim Ergebnis. Das operative Ergebnis legte um knapp 20 Prozent auf 60,3 Mio. Euro zu, das Vorsteuerergebnis um knapp 29 Prozent auf 55,1 Mio. Euro.

Einen deutlichen Gewinnsprung machte Uniqa im Vorjahr in Russland mit einem Vorsteuergewinn von 16,5 Mio. Euro, nach 10,2 Mio. Euro im Geschäftsjahr 2017. Damit war Russland nach Tschechien (20,1 Mio. Euro) der zweitprofitabelste Markt des Versicherers. Dahinter folgte Polen mit 14,6 Mio. Euro. Russland habe eine Sonderstellung im Uniqa-Konzern, so Brandstetter. Dort sei man mit einem 75-Prozent-Joint-Venture gemeinsam mit der Raiffeisenbank Moskau (25 Prozent) vertreten und konzentriere sich ausschließlich auf den Bankvertrieb. „Wir sind dort sehr bewusst mit wenig Risikokapital investiert. Das macht sehr viel Freude“, resümiert Brandstetter.

Eine positive Entwicklung verzeichnete Uniqa auch bei den Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen („Combined Ratio“). „Wir haben die Combined Ratio, auch wegen verhältnismäßig geringer Unwetterschäden, weiter auf 96,8 Prozent verbessert“, streicht Brandstetter hervor. Damit habe man ein Allzeittief erreicht. Zum Vergleich: Ende 2017 hatte dieser Wert noch 97,5 Prozent betragen. Allerdings würden die regulatorischen Anforderungen immer mehr Geld verschlingen. So bereite sich die Branche etwa auf die Umsetzung der neuen internationalen Bilanzierungsstandards (Stichwort IFRS 9 und IFRS 17) vor. Das neue Regime sei um ein Jahr auf 2022 nach hinten verschoben worden und dürfte Uniqa geschätzt mit 50 bis 60 Mio. Euro – verteilt über mehrere Jahre – belasten. Damit wären die Kosten doppelt so hoch wie jene für die Einführung von Solvency II.

(c) UNIQA Insurance Group AG/APA-Fotoservice/Hinterramskogler (2)

Stabile Kapitalanlage

Finanzvorstand Kurt Svoboda legt besonderes Augenmerk auf die Nachhaltigkeit der Entwicklung der Schadenkosten-Quote. Im Vorjahr sei man dem angepeilten Zielwert von 95 Prozent wieder einen Schritt nähergekommen. Der Kapitalanlagebestand der Versicherung sei mit 19,34 Mrd. Euro Ende 2018, nach etwas mehr als 20 Mrd. Euro im Jahr davor, relativ stabil. Das Kapitalanlageergebnis stieg trotz der anhaltenden tiefen Zinslandschaft um 1,6 Prozent auf 581,2 Mio. Euro – Hauptgrund dafür sei der Verkauf der bereits erwähnten indirekten Beteiligung an den Casinos Austria. Bei den Investitionen in Infrastruktur liege man aktuell bei rund 370 Mio. Euro. „Wir müssen noch weitere Schritte setzen, um das Gesamtziel von 500 Millionen Euro zu erreichen“, sagt Svoboda. Bei der Kapitalanlage erzielte Uniqa eine Rendite von 2,8 Prozent. In Zukunft werde das Steuermanagement immer wichtiger, berichtet Svoboda und fügt hinzu: „Die Steuerquote im Ausmaß von 20 Prozent ist im internationalen Vergleich ein durchaus guter Wert.“

In Hinblick auf die starke Kapitalisierung von Uniqa stellt Brandstetter für 2019 „eine Richtungsentscheidung“ in Aussicht. Mit einer Solvenzquote („SCR“) von über 250 Prozent sei man auch international sehr kapitalstark aufgestellt. Der interne Zielwert liege um die 180 Prozent. Das Überschusskapital bezifferte Brandstetter um die 700 bis 800 Mio. Euro.  „Wir sind happy darüber, so eine starke Kapitalposition zu haben. Wenn es mittelfristig aber keine wirklich greifbare Opportunität gibt, zuzukaufen, dann müssen wir unseren Aktionären einfach eine schlüssige Erklärung abgeben, was wir damit tun“, sagt der Uniqa CEO. Grundsätzlich wolle man keine Nischenkäufe tätigen, sondern sei an einem „relevanten Investment“ interessiert. Im Uniqa-Fokus stünden nicht nur „klassische“ Versicherungen, sondern auch Vertriebskanäle oder Agenturplattformen in jenen Ländern, wo die Versicherung präsent ist. Dabei stellt Brandstetter aber klar: „Kapitaldisziplin hat Vorrang vor Gier beim Wachstum.“

Der Versicherer befindet sich im vorletzten Jahr des langfristigen Strategieprogramms „Uniqa 2.0“ von 2011 bis 2020. Spätestens Ende 2020 soll ein neues Strategieprogramm präsentiert werden, kündigt Brandstetter an – allerdings aufgrund der sich rasant ändernden Marktentwicklung dürfte dann die Strategie für den Zeitraum 2021 bis 2025 definiert werden.

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