Unterstützung macht den Meister

Unterstützung macht den Meister

Das Salzburger Schulsportmodell für Nachwuchstalente wird ausgedehnt. Raiffeisen Salzburg ist weiterhin als Partner an Bord.

Von Eva-Maria Nagl

Früh übt sich, wer ein Meister werden will“, meint die kleine Samira Mitiska, die sechsmal wöchentlich ihre Eislaufschuhe fürs Training einpackt. Die zehnjährige Eiskunstläuferin unterstreicht damit den Zweck des neuen Schulsportmodells: Die Möglichkeit, eine Sportart bereits in jungen Jahren auf professioneller Basis auszuüben und gleichzeitig umfangreiche Unterstützung von Experten zu erhalten. Auch Samira profitiert von der neuesten Entwicklung im Salzburger Schulsportmodell (SSM), denn seit diesem Herbst werden auch Talente ab der Unterstufe gefördert.

Sportlandesrat Stefan Schnöll ist Präsident des Nachwuchskompetenzzentrums Salzburg (NWKZ) und begrüßt die Erneuerung: „Dieses durchgängige Betreuungsmodell unterstützt Talente auf dem Weg zum Spitzensport und vergisst im Sinne der dualen Karriere nicht auf die Ausbildung der jungen Sportler.“ Die Einführung der SSM-Unterstufe läuft derzeit als Pilotprojekt im Christian-Doppler-Gymnasium in Salzburg und soll künftig in enger Kooperation mit Neuen Mittelschulen ausgebaut werden. „Mich hat eine andere Sportlerin auf das neue Modell in der Unterstufe aufmerksam gemacht. Ich bin sehr froh, dass ich mit dieser Unterstützung und Leuten, die sich auskennen, fleißig trainieren kann“, meint Samira, die 2012 bei einem Kinderkurs erstmals die Eislaufschuhe anzog und seit 2015 an nationalen und internationalen Wettkämpfen teilnimmt. Zusammen mit 25 anderen Sporttalenten sowie qualifizierten Trainern und Pädagogen wird sie in der SSM-Unterstufe weiterhin an ihren sportlichen Fähigkeiten feilen – und nebenbei brav die Schulbank drücken.

Christoph Bachleitner, Thomas Wörz, Niklas Haberl, Stefan Schnöll, Samira Matiska und Alisa Buchinger (c) RZ/Nagl

Gold für Vorzeigemodell
Neben der Unterstufe werden rund 300 Oberstufen-Schüler in 30 verschiedenen Sportarten über das Nachwuchskompetenzzentrum Salzburg betreut. Die duale Karriere, die Ausbildung und Sport verbindet, gibt es an vier verschiedenen Standorten in Salzburg, wobei mit insgesamt 27 Bundesfachverbänden zusammengearbeitet wird. Nachdem diese Ausbildungsform durch das Bildungs- und Sportministerium anerkannt ist und die Sportler bei internationalen Veranstaltungen betreut werden, gilt es derzeit bundesweit als einzigartiges Vorzeigemodell.

Dass diese Art der Nachwuchsförderung von Erfolg gekrönt ist, zeigt auch die Bilanz bei Welt- und Europameisterschaften: Sportler des SSM holten bereits 255 Medaillen und sind mittlerweile bei Olympischen Spielen in der Nachwuchsklasse und in der Allgemeinen Klasse vertreten. Das wohl bekannteste Gesicht dieser erfolgreichen Nachwuchssportler ist Alisa Buchinger, die in der Karate-Szene längst keine Unbekannte mehr ist. 1997 hat sie begonnen diese Sportart auszuüben, 2015 sowie 2017 wurde sie Europameisterin und 2016 holte sie sich den Weltmeistertitel. „Ich wurde in der Oberstufe über das Nachwuchskompetenzzentrum betreut und war bald wesentlich fitter und stärker als meine Konkurrenz. Dass es dieses Modell nun auch in der Unterstufe gibt, ist eine tolle Innovation. Österreich wird bald im Sommersport mehr olympische Medaillen holen“, meint die heute 26-jährige Alisa, die den Sprung in den Spitzensport geschafft hat.

Wind unter den Segeln
Ein weiteres Nachwuchstalent heißt Niklas Haberl. Er hat erst mit 13 Jahren begonnen Regatta zu segeln und kann bereits hervorragende sportliche Erfolge verzeichnen (1. Platz bei der Junioren WM U23 49er, 4. Platz bei Red Bull Foiling Generation World Finals, 11. Platz bei 420er Youth Sailing World Championships). „Trotzdem rate ich, so früh wie möglich mit einer Spezialisierung zu beginnen. Man sieht immer wieder, dass geförderte Nachwuchssportler bei Bewerben große Vorteile haben“, ergänzt Haberl.

Genauso sieht es Thomas Wörz, SSM-Geschäftsführer und sportlicher Leiter des Nachwuchskompetenzzentrums Salzburg: „Nicht alle Sportler haben so wie Niklas ausreichend Talent, den Sprung in den Spitzensport auch bei einer späteren Spezialisierung noch zu schaffen. Bei manchen Sportarten ist ein professionelles Training ab 14 Jahren zu spät, um eine optimale Grundlage für den Profisport zu bilden.“ Zudem weist Wörz darauf hin, dass ein Spezialtraining mit hohen Trainingsumfängen und Intensitäten ohne entsprechende Basisausbildung zwangsläufig zu Dysbalancen und Verletzungen führt. Er bezeichnet eine hohe Belastungsverträglichkeit des Organismus als Grundvoraussetzung für späteren Erfolg. „Je früher eine Spezialisierung erfolgt, desto besser. Dies aber nur mit entsprechenden Maßnahmen, Expertenwissen und einer umfangreichen Trainingsbetreuung, so wie es im SSM-Modell geboten wird. Alles andere ist verantwortungslos und kann bleibende körperliche sowie psychische Schäden verursachen“, so Wörz.

Die Experten vor Ort stellen für die Nachwuchssportler sichere und stabile Bezugspersonen dar, die mit fachlichem und pädagogischem Fingerspitzengefühl die körperliche als auch psychische Belastungsgrenze der Kinder und Jugendlichen einschätzen. Wörz sieht das neue Unterstufen-Modell als zukunftsweisend und ist dankbar für die Vertragsverlängerung des Raiffeisenverbandes Salzburg mit dem NWKZ. RVS-Marketingleiter Christoph Bachleitner meint zu diesem Punkt: „Als regional verankertes Unternehmen unterstützen wir selbstverständlich auch regelmäßig regionale Aktivitäten der vielen tausend Vereine in Salzburg. Die Förderung von Sport, besonders für junge Menschen, ist die beste, günstigste und effektivste Art der Prävention“, so Bachleitner abschließend.

Posted in: