Visionen teilen

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Die RLB Tirol feiert ihr 125-jähriges Bestehen mit einem Galaabend im Innsbrucker Kongresshaus.

Von Alexander Blach

Gemeinsam sind wir 125 Jahre Raiffeisen-Landesbank Tirol“, betont Aufsichtsratsvorsitzender Michael Misslinger als Vertreter der 65 eigenständigen Raiffeisenbanken in Tirol. „Dieses Bewusstsein, dass wir mehr bewirken, wenn wir subsidiär füreinander einstehen, hat unsere Vorfahren dazu veranlasst, unsere heutige RLB zu gründen. Aus diesem Miteinander ist trotz herausfordernder Umstände eine Erfolgsgeschichte erwachsen, auf die wir stolz sein können“, bekräftigt Misslinger bei der Eröffnung des Festaktes.
Auch Landeshauptmann Günther Platter unterstreicht, dass die Entwicklung des Landes Tirol eng mit der Entwicklung der Landesbank verbunden sei. Vor allem die Bürgernähe und die daraus resultierende Verlässlichkeit und das Vertrauen würden Raiffeisen im besonderen Maße auszeichnen. Umso mehr sei die 125-Jahr-Feier ein „unglaublich schönes Ereignis für das Land Tirol“, so Platter. Und manche Festtage muss man einfach feiern, sagt auch Johann Strobl, CEO der Raiffeisen Bank International, weil sie Zeit zur Reflexion geben. Man sollte eben die Zeit nutzen und inne halten, um auf die „hervorragende Entwicklung“ der RLB zurückblicken.

Reinhard Mayr, Johannes Ortner, Hermann Maier und Thomas Wass

Königlicher Kaffee

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Reinhard Mayr – seit 40 Jahren in der RLB tätig – erinnert an die Anfänge der Digitalisierung des Tiroler Bankgeschäfts. Vom ersten Rechenzentrum zur zentralen Datenverarbeitung 1972 über den ersten Bankomaten in Wörgl bis hin zur Online-Umstellung 1983. Als stellvertretender Abteilungsleiter des Raiffeisen-Rechenzentrums Tirol war er einer der ersten mit einem Computer: „Der PC war relativ teuer und hat eigentlich nichts gekonnt.“ Da mehr Spiele als Verarbeitungsprogramme vorhanden waren, habe der PC wenigstens für amüsante Mittagspausen gesorgt.
Fast unvorstellbar klingen die Anekdoten des einstigen Marketingleiters Hans Gastl, der Millionenbeträge mit dem Wagen des Chefs zur Einzahlung nach Deutschland brachte nur in Begleitung zweier Pensionisten. Genauso gern erinnert er sich an das Kaffeetrinken mit einer gewissen Silvia Sommerlath, also der heutigen Königin von Schweden und damaligen stellvertretenden Protokollchefin der Olympischen Winterspiele in Innsbruck, als das Olympische Komitee im Gebäude der heutigen RLB Tirol eingemietet war.

Prinzip Raiffeisen

Für den nachhaltigen Erfolg von Raiffeisen sind mehrere Faktoren entscheidend, sagt RLB-Vorstandsmitglied Thomas Wass und erklärt das „Prinzip Raiffeisen“ anhand von sieben Elementen: Rasche Entscheidungen vor Ort, partnerschaftliche Beratung, persönliche Nähe, verantwortungsvolles Angebot, das Engagement für die Region und eine starke Gemeinschaft mit den Raiffeisenbanken in Tirol, aber auch im gesamten Sektor. „Jedes einzelne Element ist kopierbar, aber die Summe macht Raiffeisen aus“, so Wass. Zuletzt gilt es nicht zu vergessen, dass „es im Endeffekt um die Kunden geht und wir alles tun, um unsere Kunden zu begleiten“.
Dass diese Philosophie wirklich gelebt wird, bestätigen auch die Erfahrungen zweier Tiroler Unternehmer. So unterstreicht Hotelier Christian Harisch: „Bei Raiffeisen steht nicht der Kunde, sondern der Mensch im Mittelpunkt.“ Für Karl Handl sen. vom Traditions-Fleischbetrieb „Handl Tyrol“ zähle vor allem ein Ansprechpartner in der Region, der den Kunden kennt und dem man vertrauen kann. Stargast und Skilegende Hermann Maier, der als Hotelbetreiber ebenfalls auf Raiffeisen vertraut, fügt hinzu: „Das Wichtigste ist die Verlässlichkeit. Es ist schön, wenn die Bank deine Vision teilt. Miteinander ans Ziel zu kommen, das macht es aus.“

ÖRV-Generalsekretär Andreas Pangl, Johannes Ortner und Günther Platter (c) RLB Tirol/Oss (2)

Mut zum Mut

Eine Vision, die die RLB mit ihren Eigentümern teilt, ist das neue Raiffeisen-Quartier „Raiqa“. „Man sieht, unser Gebäude in der Adamgasse ist nicht mehr das jüngste, es hat bereits 50 Jahre auf dem Buckel und Waschbeton ist auch nicht mehr in“, sagt Vorstandsvorsitzender Johannes Ortner. Genau genommen sei das Haus ein Sanierungsfall: „Die Tiefgarage bröckelt langsam weg, es ist höchste Zeit zu investieren.“ Anstatt eines reinen Bankgebäudes soll in der Adamgasse zwischen Hauptbahnhof und dem Bozner Platz ein Ort zum Verweilen und der Begegnung entstehen. Das Quartier soll neben der RLB Tirol auch ein Hotel, Gastronomie, Shops, einen neuen Art-Space und Seminarräumlichkeiten beheimaten. Im Rahmen eines Architekturwettbewerbs wurden bereits zwei Final­isten gekürt, die nun das Profil weiterschärfen, damit Anfang Juni eine endgültige Entscheidung fallen kann. „Jetzt kommt es darauf an, dass der Mut zum Mut bestehen bleibt“, betont Jury-Mitglied und Architekt Ernst Beneder, der damit die visionäre Idee eines hybriden Gebäudes hervorhebt.
2022 soll das Raiqa eröffnet werden, bis dahin weichen Verwaltung und Firmenkundengeschäft auf ein Übergangsquartier im Stadtteil Mühlau aus. Das Privatkundengeschäft sowie eine Bankstelle werden in unmittelbarer Nähe zur Adamgasse bleiben.

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