Wenn Sport verbindet

Wenn Sport verbindet

Bald fällt der Startschuss für die rund 1.600 Athleten der 7. Nationalen Sommerspiele von Special Olympics. Bereits jetzt werden Brücken gebaut und Menschen miteinander verbunden.

Von Eva-Maria Nagl

Celina und Anna-Sophie können es fast nicht mehr erwarten, in zwei Wochen ins kühle Nass zu springen, um dem Publikum mit ihren Schwimmkünsten eine Freude zu bereiten. „Das Schönste an der Sache ist, dass Freunde und Familie zuschauen“, meint Celina. Die junge Sportlerin bringt damit auf den Punkt, worum es bei der Sportveranstaltung geht: Bei den Special Olympics sollen Menschen ganz einfach miteinander verbunden werden.

Verein „Brücken bauen“
Genau dasselbe hat der Verein „Brücken bauen“ zum Ziel. Projektträger sind Special Olympics Österreich, das Land Oberösterreich, die Stadt Vöcklabruck und die Lebenshilfe Oberösterreich. „Wir haben den Verein für die Organisation und Durchführung der 7. Special Olympics Sommerspiele 2018 in Vöcklabruck gegründet. Wir verfolgen ausschließlich gemeinnützige Zwecke und unsere Tätigkeit ist nicht auf Gewinn ausgerichtet“, erklärt Hans Schneider, Geschäftsführer und Bundesländerkoordinator.

Martin Ruttenstock (Geschäftsführer Raiffeisenbank Vöcklabruck), Marc Angelini (Nationaldirektor Special Olympics Österreich), Herbert Brunsteiner (Bürgermeister Vöcklabruck), Celina und Anna-Sophie (c) Eva-Maria Nagl

Die meisten der teilnehmenden Athleten sind ebenso wenig aufs Gewinnen ausgerichtet. „Lasst mich gewinnen! Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann lasst es mich mutig versuchen“, so lautet der Special-Olympics-Eid und das ist auch das Motto der Schwimmtrainerin des Teams „Brücken bauen“, Lioba Zimansky: „Alle Sportler dürfen und sollen sich mutig an unterschiedlichen Sportarten ausprobieren. Was zählt ist die Freude am Sport und die gemeinsame Betätigung.“ Seit Wochen bereitet Zimansky ihre Schützlinge Celina und Anna-Sophie auf die Bewerbe Rückenschwimmen, Freistil und 100 bzw. 200 Meter vor. Anna-Sophie ist nicht nur als Athletin vertreten, sondern arbeitet von Anfang an im Büro des Vereins mit, um den Event vorzubereiten.

An einem Strang ziehen
Neben den Projektträgern sind Tourismusverbände, Vereine und freiwillige Helfer der Region mit an Bord und es konnten auch zahlreiche Sponsoren für die Sportveranstaltung gewonnen werden. „Ohne Letztere ist ein solcher Event nicht möglich. Dabei unterstützt man uns nicht ausschließlich finanziell, sondern auch materiell oder eben mit Personal. Dadurch kann unser Verein die Teilnehmerbeiträge so gering wie möglich halten und es vielen Athleten aus aller Welt möglich machen, zu diesem Event nach Vöcklabruck zu kommen“, ergänzt Hans Schneider. Der Geschäftsführer selbst arbeitet seit über 20 Jahren mit Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung zusammen und war vor diesem Projekt Leiter einer Einrichtung. „Nun geht es tatsächlich darum, etwas in der Region zu bewegen. Mit den Special Olympics sollen Menschen mit Beeinträchtigung im Mittelpunkt stehen und gezeigt werden, dass ihr Platz im alltäglichen Leben selbstverständlich ist. Es sollen nachhaltig Berührungsängste genommen und der Erstkontakt erleichtert werden“, so Schneider.
„Wenn eines der größten Sportevents in Oberösterreich über die Bühne geht, müssen im Vorfeld und während der Durchführung tatsächlich alle an einem Strang ziehen“, ergänzt Martin Ruttenstock, Geschäftsleiter der Raiffeisenbank Vöcklabruck, die als Hauptsponsor der Veranstaltung auftritt. „Jedem Sportler geht bei diesem Event das Herz auf. Sport ist, was uns verbindet“, so Ruttenstock.

18 Sportbewerbe
Neben den 1.600 Athleten und den 600 Trainern werden viele Angehörige und Zuseher anreisen, um das sportliche Großevent für Menschen mit intellektueller Behinderung zu verfolgen. „Jeder von uns kann Brücken bauen und das ganz ohne bautechnische Kenntnisse. Ich bin stolz darauf, dass Vöcklabruck Flagge für die Menschlichkeit zeigt und rund um die Special Olympics Sommerspiele über alle Unterschiede hinweg so viele Brücken baut“, so Herbert Brunsteiner, Bürgermeister der Stadt Vöcklabruck und Vorsitzender-Stv. des Vereins „Brücken bauen“. Insgesamt 18 Sportbewerbe werden bei den Nationalen Special Olympics Sommerspielen vom 8. bis 12. Juni an 15 Sportstätten ausgetragen. Dabei helfen ebenfalls zahlreiche Vereine aus der Region tatkräftig mit. Sie stellen ihre Sportstätten zur Verfügung und helfen unter anderem bei der Zeitnehmung, Abwicklung und Organisation der Bewerbe. „Für jeden einzelnen Sportbewerb haben wir mindestens einen Verein gefunden, der uns rund um die Spiele unterstützt. Ich bin stolz darauf, dass die Vereine in unserer Region einen so starken Gemeinschaftssinn zum Ausdruck bringen“, so Stadtrat Herbert Theil, Referent für Bildung und Sport.
Am 8. Juni wird es dann endlich so weit sein und der Fackellauf zur Entzündung des Special Olympics Feuers durch Attersee ziehen und am Nachmittag wird das Feuer die Stadt Vöcklabruck erreichen. „Ich bin überzeugt davon, dass die Special Olympics Athleten mit ihren Emotionen und ihrer Begeisterung die Stadt Vöcklabruck nachhaltig verändern. Wir wissen von anderen Weltspielen: Man rückt näher zusammen. Mögen die rund um die Sommerspiele gebauten Brücken uns in eine Zukunft tragen, in der nicht mehr zwischen ‚mit‘ und ‚ohne Beeinträchtigung‘ unterschieden wird, sondern das Miteinander im Vordergrund steht“, meint der Bürgermeister abschließend und wünscht allen Athleten viel Erfolg und noch mehr Freude an den bevorstehenden Spielen.

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