Zukunft sichern durch Nachhaltigkeit

Zukunft sichern durch Nachhaltigkeit

Verantwortungsvolles Handeln im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz wird für Unternehmen zunehmend zu einem Schwerpunktthema.

Von Edith Unger

Nachhaltigkeit hat schon lange nichts mehr mit Esoterik zu tun. Es geht um rein ökonomische Fakten.“ Andrea Sihn-Weber, Leiterin des Nachhaltigkeitsmanagements in der Raiffeisen Bank International (RBI), bringt es auf den Punkt und unterstreicht in ihrem Vortrag im Rahmen der Informationstagung des Österreichischen Raiffeisenverbandes (ÖRV) vor mehr als 100 Spitzenfunktionären aller Sparten und Bundesländer einmal mehr die enorme Bedeutung von unternehmerischer Nachhaltigkeit. Nicht aufgrund von regulatorischen Vorgaben, sondern aus wirtschaftlich belegbaren Zahlen sei es für jedes Unternehmen ein Gebot der Stunde, sich dem Thema Nachhaltigkeit im Kerngeschäft zu widmen.

Verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln sichert laut Sihn-Weber also nicht nur die ökonomische Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens, sondern erfüllt auch die Anforderungen der Mitarbeiter, Kunden und letztlich der Gesellschaft. Image und Glaubwürdigkeit würden erhöht, die Wettbewerbsfähigkeit steige und die Arbeitgeber-Attraktivität verbessere sich, wenn in der Firmenstrategie neben ökonomischen Zielen auch ökologische Maßnahmen definiert und umgesetzt sowie gesellschaftliche Aspekte berücksichtigt werden, erläutert die Expertin. „Nachhaltiges Handeln rechnet sich“, fasst
Sihn-Weber zusammen.

Andrea Sihn-Weber (c) Raiffeisen Campus/Amélie Chapalain

Raiffeisen vereine seit mehr als 130 Jahren finanziellen Erfolg mit gesellschaftlich verantwortlichem Handeln. Vor diesem Hintergrund habe sich die RBI im Jahr 2010 der weltweit größten Initiative zu Corporate Social Responsibility (CSR) und nachhaltiger Entwicklung, dem UN Global Compact, angeschlossen. Die RBI agiere im Sinne ihrer Nachhaltigkeitsstrategie daher zum einen als verantwortungsvoller Banker, aber auch als fairer Partner und engagierter Bürger. „Wir leben Nachhaltigkeit im daily business – im Kerngeschäft, bei den Mitarbeitern, in der Betriebsökologie und für die Gesellschaft“, so Sihn-Weber.

Fairer Partner

In ihrer Rolle als verantwortungsvoller Banker habe die RBI zuletzt ein großes sichtbares Zeichen gesetzt, als Mitte 2018 der erste Green Bond im Volumen von 500 Millionen Euro emittiert wurde. Als fairer Partner hat sich die RBI beispielsweise in Anlehnung an die UN-Klimakonferenz in Paris als Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent bzw. bis 2050 um 60 Prozent zu reduzieren. Über Spenden, Sponsoring und Freiwilligenarbeit nimmt die RBI ihre Rolle als engagierter Bürger wahr. So wurden 2017 insgesamt 1.594 Projekte unterstützt. Über die Raiffeisen Nachhaltigkeits-Initiative als Plattform haben sich bis dato 24 Mitgliedsunternehmen aus dem Raiffeisensektor ebenfalls der nachhaltigen Unternehmensführung und gesellschaftlichen Verantwortung verschrieben, darunter auch der ÖRV.

„Verantwortungsvolles Wirtschaften, um so nachhaltigen Wert zu schaffen, ist ein Grundwert Raiffeisens“, betont dazu auch Generalanwalt Walter Rothensteiner und verweist auf den jüngsten Wertschöpfungsbericht der Raiffeisen Bankengruppe Österreich. Dieser ökonomische Fußabdruck zeige deutlich, welche volkswirtschaftliche Leistung die RBG in Österreich erbringe: Die RBG sichert nicht nur rund 55.800 Arbeitsplätze, sondern kann auf eine Bruttowertschöpfung von 5,9 Mrd. Euro verweisen und leistet mehr als 2,3 Mrd. Euro an Steuern und Abgaben. Jeder 55. in Österreich erwirtschaftete Euro ist unmittelbar oder mittelbar der RBG zuzuschreiben.

Bei der Bewältigung der vielfältigen globalen Herausforderungen – wie Armut, Klimawandel, Arbeitslosigkeit oder Achtung der Menschenrechte – wird dem Finanzsektor international eine Schlüsselfunktion zugesprochen. Denn in seiner Rolle als Kreditgeber, Investor, Vermögensverwalter, Finanzdienstleister, Risikomanager und Versicherer erzielt er relevante Hebelwirkungen. Daher wurden international und auf EU-Ebene zahlreiche Initiativen und rechtliche Vorgaben für den Finanzsektor entwickelt. Mit diesen globalen nachhaltigen Entwicklungszielen, den sogenannten Sustainable Development Goals oder SDGs, und den Klimazielen von Paris hat sich die internationale Gemeinschaft bis 2030 ehrgeizige Ziele gesetzt, zu deren Erreichung die EU allein nach jüngsten Schätzungen jährlich 180 Milliarden Euro an zusätzlichem Kapital mobilisieren muss.

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