Zusammenspiel von Wirtschaft und Sport

Zusammenspiel von Wirtschaft und Sport

Der Raiffeisen Sportpark in Graz wird in wenigen Tagen eröffnet und soll noch mehr Menschen für Sport begeistern.

Von Elisabeth Hell

Das Handball-Ligaspiel HSG Graz gegen Union Leoben wird am Freitag die neue Sportstätte in der Grazer Hüttenbrennergasse einweihen. Offiziell eröffnet wird das neue Haus erst Mitte Oktober, doch Sportler, Vereinsfunktionäre und Journalisten bekamen schon vorab einen exklusiven Blick in den Raiffeisen Sportpark. Das Zentrum der Anlage ist eine Ballsporthalle mit 2.700 Quadratmetern – das entspricht zwei Dreifachhallen –, die sich für Hand-, Basket- und Volleyball eignet. Ein Tanz- und Turnsaal, Athletik- und Kraftbereich, ein großer Bewegungsraum, ein Medienraum und Regenerationsräume, Garderoben und Bars runden das Angebot ab. Sichtbeton und viel Holz verleihen dem Gebäude einen Wohlfühlcharakter und eine Strahlkraft, die weit über Graz hinausreichen soll. „Dieses Projekt ist ein weiterer Meilenstein, um Graz auch als Sportstadt zur Nummer eins in Österreich zu machen“, zeigt sich Bürgermeister Siegfried Nagl zielstrebig. Im Schwimm-, Ball- und Fechtsport sei die steirische Hauptstadt bereits top. Das Projekt zielt aber nicht nur auf neue Akzente im Leistungssport, sondern will auch den Breitensport fördern. Der Bürgermeister bedankt sich beim Hauptsponsor Raiffeisen: „Sport ist in den letzten anderthalb Jahrzehnten massiv teurer geworden. Alle Vereine stehen vor gewaltigen Herausforderungen, die die öffentliche Hand allein nicht erledigen kann.“
Von einer „neuen Ära“ des heimischen Ballsports war bei der Präsentation die Rede. Sportunion Steiermark-Präsident Stefan Herker sieht durch den Neubau jedenfalls optimale Trainings- und Veranstaltungsmöglichkeiten, da die Sport-union als Sportstättenbetreiber ihren ganzen Erfahrungsschatz in die Planung einbringen konnte.
Die Sportunion Steiermark zählt derzeit 700 Mitgliedsvereine. „Wir sehen uns als Partner für den Gesundheits- und Breitensport, aber auch für den Leistungssport – speziell in Randsportarten. Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Leistungsarbeit zu verstärken“, freut sich Herker. Mit 14 Fechtbahnen im neuen Haus, will man zum Leistungszentrum für Fechtsport aufsteigen. Drei Fechtvereine aus der Steiermark dominieren bereits momentan die österreichische Liga. Auch im Ballsport spielen steirische Vereine in der obersten Liga mit. Der Sportunion-Präsident lobt die intensive Partnerschaft mit Raiffeisen und betont: „Sport kann ohne Wirtschaft nicht funktionieren, aber wir bringen auch der Wirtschaft viele Benefits.“

Martin Schaller und Stefan Herker sind stolz auf das Ergebnis ihrer intensiven Zusammenarbeit. Auch Siegfried Nagl und Stadtrat Kurt Hohensinner freuen sich über die neue Sportstätte. (c) Raiffeisen

Das sieht Martin Schaller, Generaldirektor der Raiffeisen-Landesbank Steiermark, ganz genauso: „Sport ist mehr als Bewegung. Sport bildet Charaktereigenschaften, die auch in der Wirtschaft und im täglichen Leben ganz wichtig sind, wie Teamfähigkeit, Leistungsdenken oder Begeisterung.“
Die Bedeutung des Vereinssports sieht Schaller auch aus rein wirtschaftlicher Sicht unterschätzt. Jeder vierte Steirer ist Mitglied in einem Sportverein. Von den über 300.000 Mitgliedern fungiert fast ein Viertel wiederum auch als Trainer, Schiedsrichter oder Funktionär in einer freiwilligen, unentgeltlichen Tätigkeit. Diese rund 500.000 Arbeitsstunden pro Woche wären selbst für die Sponsoren nicht mehr zu bezahlen. Beim ökonomischen Effekt bezieht sich Schaller auf Studien der Statistik Austria und Bundes-Sportorganisation, die eine Wertschöpfung von bundesweit 530 Mio. Euro im Jahr errechnet haben. Der Generaldirektor ist überzeugt: „Wenn wir die Möglichkeiten noch stärker nutzen, dann könnten wir diesen ökonomischen Beitrag sogar verdoppeln.“ Nicht eingerechnet wurden dabei die positiven gesundheitlichen Effekte und die damit verbundenen Einsparungsmöglichkeiten. „Der Return-on-Investment ist ein sehr großer.“
Als Beweggründe für das sportliche Engagement nennt Schaller natürlich auch den „genetischen Code“ von Raiff­eisen: „Wir sind Teil der Gesellschaft und fühlen uns der Gesellschaft verpflichtet.“ Und Sport sei ein zentraler Bereich der Gesellschaft, deshalb sei Raiffeisen größter Sportsponsor vom Nachwuchs bis zur Spitze und in vielen Sportarten und Vereinen. Gerade in der heutigen Zeit sei Sport auch ein ganz wichtiger Kit für die Gesellschaft: „Der Sport bringt Menschen mit Spielregeln zusammen, man lernt Respekt und auch verlieren.“
Den Sponsorvertreter erfüllt die modernste und größte Ballsporthalle Österreichs jedenfalls mit Stolz. Der Beitrag von Raiffeisen fließt aber nicht in die Errichtungskosten der Halle, sondern kommt allen Vereinen durch die Hallenzeiten direkt zugute.

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